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Grether Ost Pressemitteilung 01.04.2001 |
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Ost Gießereihallenfonds - eine Peanuts Company Mit dem Einzug der KITA Glacisweg e.V. in die ehemalige Schmiede der Grether Fabrik, ist das Bauvorhaben Grether Ost nun zur Hälfte durchgeführt. Bis heute wurden rund 4,5 Mio. DM investiert, davon 3,5 Mio. DM im Direktkreditverfahren von privater Seite, knapp 1 Mio. DM kam von der Landeskreditbank, ein Teil des Förderkredits für den sozialen Wohnungsbau. Die Halbzeit, für uns ein Grund die bisherige Projektentwicklung zu überdenken und den Kurs für die zweite Hälte festzulegen. Die Eckdaten für das Bauvorhaben sind abgesteckt, die Baugenehmigungen wurden erteilt: es entstehen in der Gießerei- und der Zwischenhalle 700 m2 Gewerbeflächen, Büros für soziale und politische Initiativen und Kleingewerbe, und auf 1100 m2 (incl. Neubau) sozialer Wohnungsbau. Die Basis der Selbstorganisation im Projekt Grether Ost erweitert sich ständig mit Einzug neuer MieterInnen in die fertiggestellten Räume. Für die Finanzierung der zweiten Bauphase benötigen wir einen weiteren Grundstock an langfristig angelegten, niedrig verzinsten Geldern. Dafür haben wir einen Fonds aufgelegt, zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat. Der Grether Ost Gießereihallenfonds wurde am 1. Juli 2000 gegründet. Wir bieten an: Beteiligungshöhe 2000,- DM (oder mehr) Mindestlaufzeit 7 Jahre Ertrag 300,- DM Wir suchen : 500 Leute, die sich mit 2000,- DM beteiligen und das ergibt die Million, die uns fehlt. Dies ist die finanzielle Kurzfassung unseres Finanzierungsvorhabens. Für Grether Ost bietet dieser Fonds die Chance, einen neuen, engagierten Finanzierungsbereich zu eröffnen. Wesentliche Vorgabe von Projektseite aus ist der Bedarf an langfristig angelegten und niedrig verzinsten Geldern. Die Mindestlaufzeit von 7 Jahren bringt für das Projekt Grether Ost die erwünschte Planungssicherheit. Der Ertrag von 300,- DM wird am Ende der Mindestlaufzeit ausgeschüttet und entspricht einer Verzinsung von ca. 2 % p. a. auf einen Anteil von 2000,- DM. Dieser solidarische Zins ermöglicht jetzt niedrige Mieten. Zukünftig werden überschüssige Mieterträge neuen Hausprojekten zur Verfügung gestellt. Solidarökonomie In den letzten Jahren werden zahlreiche Anlagemöglichkeiten in der sogenannten ethischen Investitionszone angeboten, speziell im Bereich Ökologie, Paradebeispiel sind die Windkraftfonds. Werte wie Natur und Gesundheit stehen gut im Kurs und die Zielsetzung scheint der Rendite nicht zu widersprechen. Die gute Idee rechtfertigt subjektiv den abgeschöpften Gewinn. Bei einem Engagement in der sozialen Investitionszone springt der Konflikt noch mehr ins Auge. Rendite und Idee geraten in Konkurrenz, Gewinne werden hier ganz offensichtlich auf Kosten der Lebensqualität anderer Menschen erwirtschaftet. Verzicht auf materiellen Gewinn bedeutet in diesem Fall ein mehr an sozialer Gerechtigkeit, eine Umverteilung nicht nur des Reichtums sondern auch den Abbau sozialer Privilegien. Peanuts Company Vor diesem Hintergrund steht das Konzept einer peanuts company. Die Grundlage ist ein ökonomischer Interessensausgleich. Verzicht auf Rendite bedeutet eine Investition in soziale Räume und Ideen für eine gerechtere Gesellschaft. Bei einer peanuts company bildet sich eine (Finanzierungs-) Gesellschaft, die auf der Basis vieler kleiner Beträge, langfristiger Anlage und niederem Ertrag gemeinsam eine große Summe zur Verfügung stellt. Dadurch wird nachhaltiges, soziales Wirtschaften ermöglicht. Dem finanzierten Projekt gewährt diese Investition Ideensicherung und durch langfristiges Geld entsteht Planungssicherheit. Der Grether Ost Gießereihallenfonds ist die erste peanuts company und nicht von ungefähr entsteht sie in Freiburg. Bundesweit gesehen ist Freiburg (im Verhältnis zu Stadtgröße und Einwohnerzahl) der Standort für den Investitionsbereich Solidarökonomie. Einige alternative Kulturprojekte, freie Träger im Bildungsbereich und die selbstorganisierten Hausprojekte im Mietshäuser Syndikat wurden durch Gelder aus privater Hand angeschoben und am Laufen gehalten. Die Erfahrungen der Anti-Atomkraft Bewegung in den 70ern und der Häuserkampf in den 80ern bilden den Hintergrund für ein Wirtschafts- und Investitionsverhalten, das von ökologischer und auch von sozialer Verantwortung geprägt ist. In Lebensphasen, in denen der Ruf der Straße, Demonstrationen und andere Aktionsformen, viele Leute aus den gewachsenen politischen AGaThe Gärtnerei Kassel Zusammenhängen nicht mehr direkt erreicht, gibt es dennnoch viele Möglichkeiten solidarischen Verhaltens. Dazu gehört auch der Umgang mit einem inzwischen vielleicht dickeren Geldbeutel, einer Erbschaft, oder den privaten Rücklagen. Solidarisches Investment in Freiburg birgt die Möglichkeit, im eigenen Umfeld gesellschaftliche Entwicklungen zu beeinflussen und zu unterstützen. Finanzielles Engagement, wie hier beim Grether Ost Gießereihallenfonds ist nicht nur die reine Gewissensentscheidung. Die Beteiligung hat sozialen Charakter. Durch den Kauf eines Fondsanteils entsteht eine Einbindung und eine Beteiligung an der Entwicklung vor Ort. |