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Perspektiven
Regionalisierung
Die Hauptarbeit beim Syndikat wird nicht mehr nur von einer kleinen Gruppe
aktiver Freiburger „SyndikalistInnen“ geleistet, die sich
einmal pro Woche zur Koordination der anstehenden Arbeit trifft. Neben
Freiburg bilden sich neue Knotenpunkte in den Regionen Leipzig, Hamburg,
Berlin / Brandenburg, und Frankfurt / Hessen heraus. Syndikatsbüros
gibt es inzwischen außer in Freiburg auch in Berlin und Tübingen.
Auf regionalen Syndikatstreffen tauschen sich Projekte und neue Initiativen
aus. Auch werden von Leuten aus Projekten seit längerem Beratungsjobs
übernommen. |
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Bei der Syndikatsversammlung im September 2003 in Frankfurt wurde
der ursprüngliche Plan, mittelfristig eigenständige regionale
Syndikate anzustreben, abgeändert: Regionale Strukturen werden weiter
aufgebaut, aber der Gesamtzusammenhang eines gemeinsamen Mietshäuser
Syndikats wird nicht aufgegeben, sondern über die Regionen hinweg
weiterentwickelt. Denn es ist erfrischend und anregend, die Nase aus dem
Sumpf des eigenen Hausprojekts, des Kiezes und der Region hinauszustrecken.
Wachstum und Grenzen
Wie groß soll ein Syndikatsverbund werden? Gibt es Grenzen? 50,
100, 1000 Projekte? Gibt es eine optimale Größe? Wir wissen
es nicht, werden es aber herausfinden. Durch die extrem dezentrale Organisation
des Syndikats mit autonomen Hausprojekten ist der Gefahr einer Machtballung
beim Knotenpunkt Mietshäuser Syndikat ein wirksamer Riegel vorgeschoben,
und regionale Strukturen können sich nach Bedarf und Interesse entwickeln.
Alle freuen sich über jedes weitere Mietshaus, das dem Immobilienmarkt
entzogen wird, damit die Wertsteigerungsspirale der Immobilienverkäufe
abbricht, und die MieterInnen den Weg in die Selbstorganisation wagen.
Deshalb sind wir grundsätzlich für neue Hausprojekte offen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das erste Syndikatsprojekt in Österreich,
Spanien oder Frankreich Wirklichkeit wird.
Handlungsrichtschnur bleibt der universalistische Grundsatz: Recht auf
Wohnraum für alle. Solange der Syndikatsverbund die Grundstücksgrenzen
und die Selbstbezogenheit der einzelnen Hausprojekte überwindet,
gibt es keinen wirklichen Grund, an Regional- oder Ländergrenzen
Halt zu machen. Der Solidartransfer soll Ausgleich schaffen zwischen Ressourcenmangel
einerseits und Ressourcenüberschuss andererseits, auch an verschiedensten
Orten. Das ist ein Kontrastprogramm zum kapitalistischen Investitionsverhalten,
das die eigene vorteilhafte Ausstattung mit Kapital als Hebel dazu benutzt,
durch Investitionen an Orten mit Geldbedarf durch Profite erheblich mehr
Kapital zurück zu pumpen.
Wir sind unter ihnen
Eigentlich dürfte es uns gar nicht geben. Denn wir verstoßen
schon vom Ansatz her gegen die Marktgesetze: Profitstreben, Kapitalverwertung
und persönlicher Eigentumserwerb gelten als unverzichtbare Grundlage
aller Wirtschaftsunternehmungen. Aber uns gibt es – das Syndikat
und die Projekte – und wir sind unter ihnen: Wir tummeln uns im
Dickicht der Stadt unter Baulöwen und Immobilienhaien, unter Häuslebauern
und Wohnungseigentümern, unter Wohnungsbaugesellschaften und Kapitalanlageunternehmen.
Wir konkurrieren mit ihnen um die eine oder andere Immobilie und spielen
das Monopoly im Maßstab 1:1. Wir basteln mit Eifer am wachsenden
Unternehmensverbund des Mietshäuser Syndikats. Für jede Gründung
einer neuen Hausbesitz-GmbH brauchen wir 12.400 EURO. Deshalb freuen wir
uns über neue MitinvestorInnen, die eine Einlage von 250 EURO oder
mehr in den Syndikatsverein machen und Mitglied werden. Wenn Sie unsere
Ideen gut finden, greifen Sie bitte zu Stift, Telefon oder Tastatur, wir
antworten prompt. |