Der Solidarfonds

Solidartransfer – eine Dauerbaustelle
Der Solidartransfer ist vom Prinzip her klar und einfach: Bestehende Hausprojekte zahlen in einen gemeinsamen Topf, den Solidarfonds, aus dem neue Hausprojekte in der Anlaufphase unterstützt werden. Die Umsetzung ist allerdings komplizierter, zumal steuerliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden müssen. Deshalb ist der Solidartransfer eine organisatorische Dauerbaustelle mit verschiedenen Elementen, die nebeneinander bestehen.

Außerdem gibt es fast nur relativ junge Hausprojekte im Syndikat, bei denen viele Jahre keine Überschüsse anfallen. Damit die Solidarfondsidee unterwegs nicht vertrocknet, zahlen alle Projekte von Anfang an Solidarbeiträge, auch wenn es sich manchmal nur um Merkposten für später handelt.

Solidarbeitrag und Kostenbeteiligung
Seit 1992 haben die MieterInnen der älteren Syndikatsprojekte Solidarbeiträge von monatlich 25 Cent je m2 Nutzfläche in den Solidarfonds eingezahlt, insgesamt eine Summe von fast 200.000 EUR. Der Solidarfonds ist ein Sondervermögen, das vom Mietshäuser Syndikat verwaltet wird. Daraus wurden in den vergangenen Jahren Beratungs- und Anlaufkosten von Projektinitiativen bezahlt, bei Finanzierungslücken Kredite gewährt und teilweise Stammeinlagen des Syndikats bei neuen Hausbesitz-GmbH’s finanziert.

Die neueren Syndikatsprojekte entrichten ihre Beiträge in einer modifizierten Form als „Kostenbeteiligung“. Jedes Projekt, das den Hauskauf erfolgreich hinter sich gebracht hat, beginnt mit einem Betrag von 10 Cent je m2 Nutzfläche im Monat, der jedes Jahr weiter ansteigt. Das Mietshäuser Syndikat, mit dem eine entsprechende „Vereinbarung zur Kostenbeteiligung“ getroffen wird, verwendet das Geld im wesentlichen für Infrastrukturkosten, bei der Beratung und der Gründung entstehender Projekte sowie für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.

Die Haus-zu-Haus-Beteiligung
Grether West, ältestes Projekt des Syndikats und seit Jahren ökonomisch aus dem Gröbsten heraus, hat sein Direktkreditvolumen wieder erhöht, um neue Projekte zu unterstützen. So wurden in den vergangenen Jahren 160.000 EUR als „Stille Beteiligungen“ bei verschiedenen Projekten angelegt. Als angenehme Konsequenz konnte Grether West bisher insgesamt 100.000 EUR Anlaufverluste dieser Projekte übernehmen und mit seinen Überschüssen steuersparend verrechnen.

Diese Form der Beteiligung geht leider seit 2004 nicht mehr für neue Beteiligungen.
Eine andere Form der Haus-zu-Haus-Beteiligung wird mittlerweile von einigen Projekten praktiziert: Projekte helfen sich gegenseitig bei Zahlungsengpässen mit Krediten aus. Ermutigend ist auch, wenn die etablierteren Projekte die Finanzierungslücke beim Hauskauf eines neuen Projektes mit Krediten schließen. Nicht zu vergessen ist der umgekehrte Fall, wenn Projektinitiativen Kredite ansammeln und bis zum Kauf bestehenden Projekten zur Verfügung stellen.