Die Neuerburg

Hausprojekt N4 GmbH
Projektgründung:2018
Kauf:15.12.2019
Grundstück:109 m²
Wohnfläche:169 m²
Personen:6
Kosten:585.000 €

Die Geschichte von Selbstverwaltung und gemeinschaftlichen Leben, aber auch von Verdrängung und (Wieder)aneignung an diesem Ort ist älter als unser Projekt: Einst stand hier die Kalker Schnapsfabrik – in ihr hatten 2008 für einige Monate Menschen, Kunst, Kultur und Politik ein Zuhause. Aus ihr heraus bildeten sich wichtige Initiativen, die u. a. zum Aufbau des Autonomen Zentrums Köln führten. Nach Abriss der Fabrik errichtete ein lokaler Investor unter dem Slogan „Kalk kommt“ an gleicher Stelle neun moderne Reihenhäuser.

Unsere WG zog 2012 zur Miete in eines der Häuser. Als es sechs Jahre später zum Verkauf, und ernsthaft Kaufinteressierte in unserer Küche standen, war klar: Unser Wohnraum war durch einen Verkauf unmittelbar bedroht. Wir jedoch wollten als Gruppe in der Neuerburg bleiben und dauerhaft gemeinschaftliches Leben zu bezahlbaren und stabilen Mieten sicherstellen. Knapp ein Jahr nach der Entscheidung, Teil des Mietshäusersyndikats zu werden, ist es uns gelungen, unser Haus dem spekulativen Immobilienmarkt zu entziehen.

Wir, das sind sechs Menschen in den Dreißigern. Neben unserem Hausprojekt bringen wir uns in unterschiedlichen politischen Kontexten ein, unter anderem in dem in unserer Straße liegenden Gemeinschaftsgarten, der „Pflanzstelle“ und in stadtteilpolitischen Vernetzungen. Wichtig sind uns kollektive und gleichberechtigte Entscheidungsstrukturen.

Köln ist mit nunmehr zwei Projekten bislang nicht gerade ein Hotspot des Mietshäuser Syndikats. Der Druck auf Wohnraum in der Stadt ist hoch und die Mieten sind es dementsprechend ebenso – mit steigender Tendenz. Zeit also für mehr Wohnprojekte! Wir freuen uns daher, das Konzept des Syndikats in der Region weiterzuverbreiten.

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Samstag 05.09.20
Mitgliederversammlung Leipzig

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