Kollektivbetrieb schickSAAL*

SaalSieben GmbH
Clemensstr. 7
23552 Lübeck

www.schicksaal.net
Projektgründung:2016
Kauf:27.07.2017
Grundstück:161 m²
Wohnfläche:379 m²
Kosten:934.484 €
Miete:8,62 €/m²

Das Projekt schickSAAL*

ist ein kollektiv betriebenes Hostel in der Lübecker Altstadt mit insgesamt 47 Betten in kreativ-künstlerisch gestalteten Zimmern und einem Café mit abendlichem Kneipenbetrieb.

Für unsere Gäste ist es ein Ort, an dem lebensbereichernde Begegnungen auf der jeweiligen Reise – woher, wohin und weshalb auch immer – entstehen können.

Kollektiv

Wir betreiben das Hostel im Kollektiv, damit auch wir uns wohlfühlen, unseren Arbeitsplatz als Freiraum erleben und unseren Gästen auf ihrer Reise eine zauberhafte Zeit ermöglichen können.

Im Kollektiv miteinander zu arbeiten ist für uns eine politische und persönliche Entscheidung. Dies bedeutet für uns vor allem, dass wir ohne formale Hierarchien gemeinsam und im Konsens entscheiden, wie und warum wir etwas machen wollen. Keine*r ist Chef*in, alle können alles machen, Lohn unterscheidet sich nicht nach Aufgaben oder Leistung, sondern daran, wer wie viel Zeit investiert bzw. investieren kann. Ziel ist es, solidarisch miteinander zu arbeiten und Verantwortungsbewusstsein fürs Projekt mit persönlicher Entfaltungsmöglichkeit derart zu verbinden, dass der Betrieb gut läuft und es allen Spaß macht.

Im wöchentlichen Plenum entscheiden wir gemeinsam, wer welche Aufgaben wann übernimmt. Um Alltagstrott, Langeweile und Unzufriedenheit von vornherein entgegen zu wirken, halten wir es für hilfreich, wenn Aufgaben rotieren. Alle erhalten somit die Möglichkeit, immer mal wieder andere Dinge zu übernehmen, die sie*er sich erstmal nicht zutraut. Wir wollen unterschiedliches Wissen miteinander teilen und Barrieren abbauen, um (Wissens-)Hierarchien möglichst vorzubeugen. Gleichwohl soll jede*r für sich weitestgehend entscheiden können was er*sie machen möchte, jeweils im Sinne des Gesamtprojekts.

Dem Kollektiv liegt ein Statut zu Grunde, in welchem Regelungen zu relevanten Bereichen festgelegt sind, um unsere Selbstverwaltung zu strukturieren – ohne dabei den Charme und die Lebendigkeit des Chaos zu verlieren. Das Statut ist für alle Kollektivmenschen bindend und dient als Grundlage für ein entspanntes Miteinander.

Derzeit besteht das Kollektiv aus elf Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und verschiedener geschlechtlicher Identitäten. Die Kollektivmenschen bringen verschiedene Kompetenzen mit. Unter anderem aus sozialen, gastronomischen, handwerklichen, buchhalterischen, künstlerischen, beraterischen und sprachlichen Bereichen.

Es gibt vielfältige, teils langjährige Erfahrungen in selbstorganisierten Strukturen. Einige von uns haben das Hausprojekt freie hütte mitgegründet und leben dort. Fast das gesamte Kollektiv hat im Herbst 2015 beim Aufbau einer umfangreichen Unterstützung von Geflüchteten im Transit nach Skandinavien mitgewirkt. Wir haben gemeinsam mit vielen anderen Versorgung mit Schlafplätzen, Essen, Kleidung, medizinischer Betreuung, Übersetzung und Beratung organisiert. Sprich eine Menge Tätigkeiten, welche auch im Hostel-Projekt in ähnlicher Form auf das Kollektiv zukommen.