Kollektivbetrieb schickSAAL*

SaalSieben GmbH
Clemensstr. 7
23552 Lübeck

schicksaal.net
Gründung:2016
Kauf:27.07.2017
Grundstück:161 m²
Gewerbefläche:330 m²
Kosten:934.484 €
Miete:10,84 €/m²

Wir, das Kollektiv schickSAAL*, sind ein kleiner feiner Haufen von linken Leuten, die die Sehnsucht gepackt hat das kollektive Arbeiten zu erproben. Wir betreiben mit 9 angestellten Menschen ein Hostel, wo in 10 Zimmern 47 Menschen schlafen können, und ein kleines nettes Café, was am Abend zur coolen Kneipe wird. Das Ganze befindet sich in der Szenestraße Lübecks, mitten in der Altstadt. Dass wir ein Hostel betreiben, hat den Grund, dass wir das kollektivistische Arbeiten, wie wir es begreifen, – nämlich auf Augenhöhe, ohne Chef*in, mit gemeinsamer Verantwortung und einer Struktur, die keine Person „hinterherhinken“ lässt – in die weite Welt und so in viele Köpfe und Herzen tragen wollen. Das passiert wie von alleine mit Menschen, die unterwegs sind. Gefunden haben wir uns 2015 im „Sommer der Migration“, als fast alle von uns hier in Lübeck für Geflüchtete den „Transit“ nach Skandinavien mitorganisiert haben. Lange Zeit haben wir am Konzept geschrieben und unsere Strukturen überdacht und wieder übern Haufen geworfen, bis endlich das stand, was jetzt da ist. 2017 haben wir unser Haus gekauft und dann gute zwei Jahre in Eigenregie umgebaut und schick gemacht und alle behördlichen Hürden genommen, die ein Hostel mit Gastro so mit sich bringt.

Einer unserer wichtigsten Leitsätze ist: Nix ist fix – alles ist veränderbar und soll es auch bleiben! Also wird weitergedacht, optimiert, geschrieben und durchgestrichen. So soll es sein! Alles wird konsequent im Konsens entschieden. Das bedeutet viel reden, zuhören, nachdenken, mitgehen, Kompromisse eingehen, sich und die eigenen Werte hinterfragen und überdenken! Aber manche Dinge wollen/können einfach nicht entschieden werden. So ist die Wand in der Kneipe von Anfang an rosa, weil wir uns nicht einig werden können oder wollen, welche Farbe sie eigentlich haben soll. Aber das ist unwichtig.
Viel wichtiger ist, ob es uns allen gut geht – mit uns und unseren Gästen. Wenn nicht, wird was verändert! Wir mögen Transparenz, sind bei unseren wöchentlichen Plena offen für Neugierige und finden konstruktive Kritik und neue Ideen klasse.

Dass wir Teil des Mietshäuser Syndikates sind, war für uns von Anfang an klar: Solidarität ist ein wichtiges Gut, das wir leben wollen, möglichst in allen Bereichen, wo wir uns bewegen.

Wir haben zwei GmbHs, um die Hausbesitz- und Betriebs-GmbH klar voneinander zu trennen. Sollten Menschen irgendwann keine Lust mehr auf Hostel haben, so kann das Haus zum Wohnprojekt gemacht werden! Unsere geschäftsführenden Personen sind ein übles Muss, nichts weiter, und klar gebunden an die Beschlüsse des Plenums. Alles Wichtige kann in unserem Statut, das unser Binnenvertrag ist, nachgelesen werden. Gerne stehen wir neuen Projekten – ob Wohnen oder Arbeiten – beratend zur Seite. Mit der Zeit haben wir viel Know-how, entwickelt, sowohl in gruppenrelevanten als auch in strukturellen/ finanziellen Bereichen. Also Leute, packt’s an und bastelt euch euren eigenen Arbeitsplatz. Im Kollektiv, versteht sich!