Zelle79

Situative Wohnen GmbH
Parzellenstr. 79
03046 Cottbus

www.zelle79.org
Projektgründung:1999
Kauf:27.12.2018
Grundstück:309 m²
Gewerbefläche:143 m²
Wohnfläche:259 m²
Personen:11
Kosten:392.133 €
Miete:4,43 €/m²

Das Hausprojekt Zelle79 ist seit 1999 ein Freiraum für alternative (Jugend-)Kultur, Bildung und selbstverwaltetes Wohnen in Cottbus. Im Jahr 2018 haben wir gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat das Haus gekauft und sind von Mieter*innen zu Besitzer*innen der Zelle geworden.

Das Projekt ist aus einer Besetzung hervorgegangen und seitdem ein wichtiger Anlaufpunkt für die antifaschistische und antirassistische Bewegung in Cottbus. Antifaschismus in Cottbus zu leisten bedeutet nicht nur, sich dem generellen Rechtsruck in der Gesellschaft entgegenzustellen, sondern auch den über Jahre gewachsenen Nazistrukturen etwas entgegenzusetzen. Zwar liegt der Fokus seit Gründung auf antifaschistischer Arbeit, gleichzeitig sind uns aber auch bspw. feministische Themen wichtig. Zudem engagieren sich einige von uns in der Klimabewegung oder auch in postkolonialen Initiativen.

Da der Mietvertrag 2020 ausgelaufen wäre, haben wir das Haus der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft abgekauft. Wir wollen weiterhin Menschen einen Raum ermöglichen, um gemeinsam mit flachen Hierarchien zu arbeiten, sich selbst zu verwirklichen sowie sozial und umweltverträglich zu wohnen. Das Haus hat zum Zeitpunkt unseres MHS-Beitritts neun Bewohner*innen, durch die Modernisierung sollen zwei zusätzliche Zimmer entstehen und dann 11 Menschen Wohnraum ermöglichen. Das Hausprojekt bietet außerdem eine Werkstatt, einen Infoladen, eine Küche, eine Bar und einen Projektraum.

Als Hauskollektiv haben wir schon 2018 mit kleineren Baumaßnahmen begonnen und beispielsweise die Gemeinschaftsküche und einige Zimmer von Mitbewohner*innen saniert. Zuvor haben einige unserer Mitbewohner*innen bereits in anderen Kontexten Erfahrungen mit der Sanierung von Gebäuden sammeln können. Wir sehen uns deswegen gut aufgestellt, um die weiteren Bauprojekte gemeinsam erfolgreich zu bewältigen.

Unsere Gruppe besteht aus einem bunten Haufen. Am Start sind Vollzeitaktivist*innen, von der Agentur und Jobcenter Geknechtete, Arbeiter*Innen, an der Uni Studierende und arbeitende Menschen und nicht zu vergessen, eine Katze. Anfallende Aufgaben werden durch Haus- und AG-Plena umgesetzt. Wir haben derzeit die AGs Finanzen, Verwaltung, Gruppe und Prozess, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen. Für unsere Arbeitsweise haben wir einen Strukturprozess von zwei Jahren durchlaufen. Daraus ist ein Handbuch entstanden, welches Grundlegendes regelt und neuen Menschen im Haus zur Verfügung gestellt wird. Um zu sehen, ob noch alles aktuell ist, machen wir einmal jährlich eine Klausurtagung, auf der auch das Handbuch überarbeitet werden kann. In unregelmäßigen Abständen planen wir auch Supervisionen für die Gruppe.

Montags findet bei uns ab 19:00 Uhr immer die KüfA statt, bei der es neben inhaltlichen Veranstaltungen auch einen sozialen Ort des Austausches gibt. Des Weiteren organisieren Teile des Hauses das DIY Festival „Stuss am Fluss“ mit, welches im nahegelegenen Strombad stattfindet und einen wichtigen Teil der lokalen Subkultur darstellt. Wir pflegen Vernetzungen mit anderen Vereinen, Initiativen und Gruppen in Cottbus und darüber hinaus. Die Zelle ist ein Ort, an dem problemlos Treffen von Bündnissen, Initiativen und Gruppen stattfinden können.

Wir wollen in Cottbus wie eine Distel im Beton wachsen und unseren Beitrag für eine befreite Gesellschaft leisten.

Ausgewählte Termine

Samstag, 05.09.20
Mitgliederversammlung Leipzig

Samstag, 09.05.20
Mitgliederversammlung in Dresden

Samstag, 28.03.20 Regionale Mitgliederversammlung Freiburg

Weitere Termine